KLINISCHE SEMINARE 2019/2020

06/19 Offene Trauerprozesse in der Gestalttherapie

Trauer und Tod gehören zum Leben dazu. Dennoch zählt dieses Erleben heute zu den großen Herausforderungen unserer Zeit und braucht zunehmend therapeutische Begleitung. Vor allem ein plötzlicher, unerwarteter Tod lieber Menschen versetzt uns schlagartig in einen schmerzhaften und unwirklichen Ausnahmezustand. Bewährte Bewältigungsstrategien laufen ins Leere. Gerade, wenn den Tod traumatische Umstände begleiten (wie z.B. Unfall, Gewalt, Suizid, Naturkatstrohe etc.) ist ein normaler Trauerprozess ohne therapeutische Hilfe besonders schwierig. Im Falle von unerwarteten und/ oder gewaltsamen Todesfällen kommt es zum Kontaktabbruch, oft auch zu einer Fragmentierung, worunter manche (ohne es zu wissen) ihr Leben lang leiden. Oft ist dies nicht nur ein Beziehungsabbruch zum Verstorbenen, sondern v.a. zu sich selbst, da Menschen durch unverarbeitete Trauer den Kontakt zu sich selbst verlieren können. Diese offene Gestalt kann Menschen viele Jahre unbewusst daran hindern, gut zu trauern und wieder Kraft für ein eigenes Leben ohne den Verstorbenen zu bekommen. Dies gilt für Kinder, die unbewusst versuchen, ein verstorbenes Geschwister zu ersetzen, ebenso wie für Erwachsene, die z.B. nach dem Suizid eines Angehörigen Schuldgefühle entwickeln und oft unbewusst versuchen, „das Leben des Verstorbenen weiterzuleben“.

 

Wie erkenne ich als Therapeut*in, dass solch eine offene Gestalt vorliegt? Wie äußert sich möglicherweise eine daraus resultierende Kontaktstörung meiner Klient*innen? Mit welchen
Methoden kann ich Betroffene „in ihr Leben zurückholen“?

 

Schwerpunkte des Seminars
– Kurze Theorieeinheit zu Trauerprozessen im allgemeinen
– Vertiefung der Theorie über Traumatische Trauer
– Offene Gestalten in der Therapie
– Selbsterfahrung zu eigenen offenen Gestalten
– Möglichkeiten der Gestalttherapie, Menschen mit sich selbst
– Beziehung zu bringen.

 

Termin
18. bis 20. Oktober 2019

 

Teilnahmegebühr
320,00 Euro / 690,00 SFr. (inkl. Raumkosten)

 

Tagungsort
Würzburg

 

Trainerin
Heinz Andrea, Dipl.Psych.
Gestalttherapeutin (IGW), Lehrtherapeutin (IGW), Trauma-Therapeutin (Butollo), Supervisorin (DGSv). Seit Jahren tätig in psychosomatischen Kliniken (Einzel- und Gruppentherapie), neuerdings ebenfalls freiberuflich mit vielseitigen Angeboten. Behandlungsschwerpunkte: Traumatische Trauer, alle psychischen Erkrankungen, ressourcenorientierte Methoden.

 

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