KLINISCHE SEMINARE 2019/2020

05/19 Körperorientierte Arbeit mit Traumapatient*innen

Ausgehend vom diagnostischen Blick auf ein Trauma werden wir im Seminar näher explorieren, wie sich traumatische Erlebnisse im Körperlichen „festsetzen“. Mithilfe von Übungen, sowohl mit einer Partner*in, als auch in Kleingruppenarbeit werden die 5 F‘s (Fight, Flight, Freeze, Friend und Flop) der neurobiologischen Traumakörperreaktionen nach Zoe Lodrick Schritt für Schritt, behutsam und achtsam erspürbar, erfahrbar, verbalisierbar und so einem Verständnis näher gebracht. Es soll erkundet werden, wie die neurobiologischen Körperreaktionsmuster erkannt werden können. In einem weiteren Schritt werden wir herausfinden, welche therapeutischen Zugänge möglich sind. Fall-Beispiele aus der Literatur von Kolleg*innen der Relationalen Psychoanalyse, Dialogischen Gestaltpsychotherapie, aber auch Neuro-Psychotherapie, hier vor allem Louis Cozolino werden zur Diskussion gestellt und näher analysiert. Konzepte wie „coercive communication“ der Jungianerin Jean Knox als eine vorsprachliche Not-Kommunikation in Verbindung mit traumatischen Erlebnissen und das Konzept der psychischen Rigiditätsreaktionen, eingeführt von der Psychoanalytikerin Doris Brothers werden vorgestellt.

 

Das Seminar bietet Gelegenheit, Besonderheiten traumatischer körpersprachlicher Kommunikationen zu verstehen. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist, dass wir als Therapeut*in von dieser traumatisierten Kommunikation angesteckt werden können. Hierzu werden Übungen vorgestellt, die einer solchen neurobiologischen „Infizierung“ vorbeugen können und damit der Gefahr eines Burn-Outs entgegenwirken.

 

Im Seminar können auch eigene traumatische Erlebnisse der Teilnehmenden in den Fokus kommen. Es wird möglich sein, über eigene traumatische Erfahrungen zu sprechen, auch eigene Therapieerfahrungen können dabei einbezogen werden.

 

Integrative Behandlungsmethoden aus den Bereichen der Atemtherapie, der Körpertherapie, der Dialogischen Gestaltpsychotherapie werden gemeinsam betrachtet und im Rollenspiel in beiden Rollen als Klient*in und Therapeut*in erfahrbar.

 

Termin
13. bis 15. September 2019

 

Teilnahmegebühr
324,00 Euro (inkl. Raumkosten)

 

Tagungsort
im Raum Wien

 

Trainerin
Appel-Opper Julianne, Dipl. Psych.
Psychologische Psychotherapeutin, TP, registrierte Integrative Gestaltpsychotherapeutin bei United Kingdom Council for Psychotherapy, Supervisorin, University of Birmingham, U.K. Nach 12-jähriger Auslandstätigkeit ist sie in eigener therapeutischer und supervisorischer Praxis in Berlin tätig. Seit 2001 arbeitet sie als Lehrbeauftragte an internationalen Ausbildungsinstituten. Sie ist Gründerin und Leiterin der Berlin-Fortbildungsserien „Relational Living Body Psychotherapy“, in denen sie die von ihr entwickelten Arbeitsweisen der „Embodied Interventionen und Experimenten“ vermittelt. Sie hat über diese Themen veröffentlicht, siehe www.thelivingbody.de

 

Bitte beachten
Anmeldungen und organisatorische Abwicklung

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